Sonnenuhr Eichstätt Bayern

Sonnenuhr aus Jurasteinen in Eichstätt

Im Jahr 2008 feierte die Stadt Eichstätt ihr 1100-jähriges Bestehen. Um diesem Fest möglichst zeitlos zu gedenken, wurde nahe der Schlagbrücke eine Sonnenuhr aus Jurasteinen errichtet.

Juramarmor oder auch Jurakalk wird der Stein genannt, der seit Jahrzehnten in der Region um Solnhofen und Eichstätt abgebaut wird. Er ist vor Jahrtausenden entstanden und damit wohl der Werkstoff, der am besten die lange Geschichte der Stadt Eichstätt symbolisiert.

Sonnenuhr Eichstätt Bayern

Zur Entstehung der Sonnenuhr in Eichstätt

Erschaffen hat die Sonnenuhr der Bildhauer Günter Eckert aus Rednitzhembach nahe Nürnberg. Die eigentliche Idee dahinter stammt jedoch von Ludwig Brems, die Jurasteine stellte das Ehepaar Niefnecker zur Verfügung.

Noch mehr Informationen zur Errichtung und Eröffungsfeier findest du auf der Seite des Donaukuriers, Artikel „Ein bleibendes Objekt im Jubeljahr“.

Sonnenuhr Eichstätt Bayern

Wie komme ich zur Eichstätter Sonnenuhr?

Am besten stellst du dein Auto am Freiwasserparkplatz ab. Hier kannst du besonders kostengünstig parken. Direkt an der Altmühl verläuft ein Fuß- und Radweg. Folge diesem stadtauswärts unter der Brücke hindurch.

Nach nur wenigen Schritten bist du direkt an der Bodensonnenuhr. Auf dem horizontalen Ziffernblatt zeigt die Sonnenuhr die Sommer- und Wintersonnwende sowie die Tag- und Nachtgleiche an. Die Uhrzeit selbst stimmt nicht immer minutiös mit der Uhrzeit auf der Armbanduhr überein. Das liegt an mehreren Faktoren, etwa dem Einstrahlungswinkel der Sonne. So kann die Uhrzeit bis zu 75 Minuten von der „echten“ Zeit abweichen.

Warst du schon mal an der Sonnenuhr in Eichstätt oder kennst eine andere Sonnenuhr oder ein sehenswertes Denkmal? Dann freue ich mich auf deinen Tipp direkt unter dem Beitrag in den Kommentaren.
Kerstin

Thingstätte Eichstätt

Vielen in und um Eichstätt ist das Hohe Kreuz oberhalb vom Café Schönblick wohl ein Begriff. Etwas oberhalb vom Neuen Weg thront das Kreuz, darunter befinden sich zwei Holzbänke und von dort aus hat man einen herrlichen Ausblick hinüber zur Willibaldsburg.
Das Hohe Kreuz wurde 1854 errichtet, um Gott für die Verschonung der Eichstätter vor der Choleraseuche zu danken. Die verwitterte Grünfläche darunter und die Geschichte dahinter, ist vielen – vor allem jungen Leuten –unbekannt: Die Thingstätte Eichstätt.

Hohes Kreuz Ausblick Eichstätt Panorama

Bei dieser Grünfläche handelt es sich um die sogenannte Thingstätte. Der Begriff „Thing“ stand bei den Germanen für einen Versammlungsort. Allerdings stammt diese Thingstätte nicht aus der Zeit der Germanen, sondern wurde durch die Nazis aus Propagandazwecken 1935 errichtet und 1937 fertiggestellt. Im selben Jahr wurde dort die Sonnwendfeier der NSDAP gefeiert. Nach der Zeit des 3. Reiches wurde die Thingstätte aber nicht mehr gepflegt, weshalb sie heute nur noch eine zugewachsene Ruine ist.

Thingstätte Hohes Kreuz Eichstätt

Seit der Nazizeit wurde der Platz nur noch wenige Male für öffentliche Zwecke genutzt.

Zum ersten Mal geschah das bereits 1946. Rund 700 Sänger versammelten sich an der Thingstätte im Rahmen eines Chortreffens.

1963 belebte die Diözese den Thingplatz erneut. Hier zelebrierte man den Diözesan-Frohschartag mit Messen, Volkstänzen, Spielen und Theaterstücken.

1988 wurden hier im Rahmen der Sommerspiele das Theaterstück „Eiche und Angora“ aufgeführt. Dabei handelt es sich um ein Stück, dessen Handlung zum Ende des 3. Reiches spielt. Die Veranstalter waren sich der Verbindung durchaus bewusst.

Blume

Seitdem ist der Platz wieder weitgehend in Vergessenheit geraten. Leider findet sich hier nicht mal eine Infotafel, um Besucher und Wanderer auf die Geschichte der Örtlichkeit hinzuweisen.

Wie komme ich zur Thingstätte Eichstätt?

Leider gibt es auf Google Maps keine exakte Wegbeschreibung.
Fahrt ihr die B13 von Eichstätt kommend in Richtung Weißenburg, nehmt die Abzweigung in Richtung Wintershof. Kurz vor Wintershof rechts auf den letzten Schotterweg einbiegen. An der Wegscheide rechts halten. Von da ab dem Fußweg nach rechts folgen. Nach einigen Metern seid ihr am Hohen Kreuz angelangt.

Kennt ihr die Thingstätte? Was haltet ihr von dem umstrittenen Ort?
Ich freue mich auf euer Kommentar.

Sankt Walburg Eichstätt

Jedes Jahr vom 12. Oktober bis zum 25. Februar pilgern unzählige Gläubige ins Benediktinerinnenkloster Sankt Walburg Eichstätt. Das Kloster ist eine feste Institution der Stadt, das jedermann kennt. Grund hierfür ist eine wässrige Flüssigkeit,  die sich an der Grabstätte der Heiligen Walburga sammelt und seit dem 11. Jahrhundert von Nonnen in kleine Fläschchen gefüllt wird. Das so genannte Walburgisöl soll gegen sämtliche Krankheiten und Gebrechen helfen.

Grab der Hl. Walburga

Doch auch abseits dieses Mysteriums ist das Kloster Sankt Walburg Eichstätt einen Besuch wert. so ist die Gruftkapelle, in der die Heilige bestattet ist, eine kleine Sehenswürdigkeit. Sie besteht seit Mitte des 15. Jahrhunderts. Das Langschiff hingegen wurde während des Schwedenkriegs stark zerstört.

Kloster St. Walburg

Die Legende zu Walburgas Ruhestätte

Die Heilige war zunächst in einem Kloster in Heidenheim bestattet, bis der Bischof Otgar beschloss, dass die Heilige nach Eichstätt überführt werden sollte. An der Stelle der ehemaligen Kreuzkirche scheuten plötzlich die Pferde und wollten nicht mehr weiter.

Diese Begebenheit deuteten die Leute als Zeichen Walburgas, dass sie an exakt diesem Ort die letzte Ruhestätte wünscht. In den darauffolgenden Jahren entstand das Kloster St. Walburg, das heute über 30 Nonnen umfasst und zudem eine Grundschule beherbergt.

Außerdem könnt ihr im Kloster auch übernachten. Rund um Eichstätt gibt es noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten und Orte, die ihr unbedingt besuchen solltet.
Kerstin

Gabriel de Gabrieli

Dom, Notre Dame, Residenz, Hofgarten. Es gibt kaum einen Ort an dem man ihm nicht begegnet: Dem ehemaligen Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli. Doch was machte ihn eigentlich so besonders? Und warum kam der gebürtige Schweizer ausgerechnet nach Eichstätt?

1671 wurde Gabriel de Gabrieli als Sohn des Maurermeisters Giovanni geboren. Mit seiner Ausbildung zum Maurer trat er zunächst in die Fußstapfen des Vaters. Er unternahm einige Reisen bis er begann für den Fürsten von Liechtenstein zu Wien als fürstlicher Baumeister zu arbeiten. Außerdem erbaute er einige Gebäude in Ansbach, darunter das Reithaus und das markgräfliche Schloss.

1714 kam Gabriel de Gabrieli nach Eichstätt, wo er bis zu seinem Tod am 21. März 1747 wirkte. Kurz vor seinem Tod entwarf er sein eigenes, 4 Meter hohes Grabmal. Dieses lässt sich im Eichstätter Ostenfriedhof bestaunen. Es befindet sich an der Friedhofsmauer, von der Friedhofskapelle aus kommend in Richtung Kapuzinerkirche und ist kaum zu übersehen.

Eine Liste seiner übrigen Eichstätter Bauwerke findet ihr auf der Website der KU.

Kerstin