Illuminatenhöhle Eichstätt

Illuminatenhöhle Eichstätt

Einer der wohl sagenumwobensten Orte rund um das barocke Zentrum des Altmühltals ist die Illuminatenhöhle Eichstätt. Die Höhle im ehemaligen Park des Grafen Cobenzl war lange Zeit der Ort, der eng mit den Illuminaten in Verbindung stand. Warum das so war und was sich zu dieser Zeit in der Gegend rund um die Höhle befand, lest ihr in diesem Beitrag.

Der Cobenzl-Garten

Wenn man heute an der B13 entlang fährt, kann man sich kaum vorstellen dass sich hinterhalb des Cobenzlschlösschens einst ein prunkvoller und vor allem großer Garten befunden haben soll. In zahlreichen Erzählungen und Büchern ist die Rede von einem malerischen Rosengarten, einer Kegelbahn, dem Cobenzlloch (das heute auch als Illuminatenhöhle bekannt ist) und einer gesamten Anlage, die sich terrassenartig über den gesamten Hang erstreckte. Hier flanierten Adel sowie Bürgertum und genossen die schöne Zeit im Freien bei einem Picknick oder kegelten draußen.

Was für uns heute wie ein malerisch verwässertes Bild der Vergangenheit klingt, war damals gar nicht unbedingt von allen Seiten akzeptiert. Denn damals war die Trennung von Bürgerturm und Adel bewusst als solche vorhanden. Cobenzls ursprünglicher Gedanke galt daher als von den Illuminaten, zu denen dieser gehörte, inszeniert und war vor allem vom damaligen Bischof von Stubenberg, nicht gern gesehen. Zudem war der Park im Laufe der Zeit zum Treffpunkt zahlreicher Liebespaare geworden. Viele Dinge, die den Geistlichen ärgerten.

Das Ende des Cobenzl-Parks

So kam es letztlich zum Ende dieses schönen Ortes. Er wurde zerstört, Bäume gefällt und an deren Stelle Nutzpflanzen angebaut. Dem zum Opfer fiel auch die Illuminatenhöhle. Viele glaubten, dass dieser Ort in Eichstätt genutzt wurde, um neue Mitglieder im Geheimorden aufzunehmen. Tatsächlich weiß man heute, dass dort regelmäßig Treffen der Ordensmitglieder abgehalten wurden.

Die Illuminatenhöhle

Das Cobenzlloch ist somit eines der letzten Relikte aus dieser Zeit. Einst eingelassene Stützpfeiler oder Sitzbänke aus Stein wurden zerschlagen.

Einige Eichstätter setzen sich heute dafür ein, diesen Ort wieder lebendig werden zu lassen. Li Portenlänger und Siegfried Schieweck-Mauk sind dabei besonders engagiert. Es bleibt also spannend, wie es bezüglich der Illuminatenhöhle und des gesamten „Geheimen Gartens“ weitergeht.

Kanntest du die Illuminatenhöhle in Eichstätt schon? Und falls ja: Wie steht es um die Geschichte des gesamten Areals: War dir auch diese bekannt?

Ich bin gespannt auf deine Meinung zu dem Thema: Findest du es wie ich schade, dass es diesen Ort nicht mehr gibt und er immer mehr in Vergessenheit geraten ist? Oder glaubst du, dass manche Dinge „ihre Zeit“ haben und dich stört die Zerstörung der Höhle kaum? Ich bin sehr gespannt auf deine Meinung!
Kerstin

Sonnenuhr Eichstätt Bayern

Sonnenuhr aus Jurasteinen in Eichstätt

Im Jahr 2008 feierte die Stadt Eichstätt ihr 1100-jähriges Bestehen. Um diesem Fest möglichst zeitlos zu gedenken, wurde nahe der Schlagbrücke eine Sonnenuhr aus Jurasteinen errichtet.

Juramarmor oder auch Jurakalk wird der Stein genannt, der seit Jahrzehnten in der Region um Solnhofen und Eichstätt abgebaut wird. Er ist vor Jahrtausenden entstanden und damit wohl der Werkstoff, der am besten die lange Geschichte der Stadt Eichstätt symbolisiert.

Sonnenuhr Eichstätt Bayern

Zur Entstehung der Sonnenuhr in Eichstätt

Erschaffen hat die Sonnenuhr der Bildhauer Günter Eckert aus Rednitzhembach nahe Nürnberg. Die eigentliche Idee dahinter stammt jedoch von Ludwig Brems, die Jurasteine stellte das Ehepaar Niefnecker zur Verfügung.

Noch mehr Informationen zur Errichtung und Eröffungsfeier findest du auf der Seite des Donaukuriers, Artikel „Ein bleibendes Objekt im Jubeljahr“.

Sonnenuhr Eichstätt Bayern

Wie komme ich zur Eichstätter Sonnenuhr?

Am besten stellst du dein Auto am Freiwasserparkplatz ab. Hier kannst du besonders kostengünstig parken. Direkt an der Altmühl verläuft ein Fuß- und Radweg. Folge diesem stadtauswärts unter der Brücke hindurch.

Nach nur wenigen Schritten bist du direkt an der Bodensonnenuhr. Auf dem horizontalen Ziffernblatt zeigt die Sonnenuhr die Sommer- und Wintersonnwende sowie die Tag- und Nachtgleiche an. Die Uhrzeit selbst stimmt nicht immer minutiös mit der Uhrzeit auf der Armbanduhr überein. Das liegt an mehreren Faktoren, etwa dem Einstrahlungswinkel der Sonne. So kann die Uhrzeit bis zu 75 Minuten von der „echten“ Zeit abweichen.

Warst du schon mal an der Sonnenuhr in Eichstätt oder kennst eine andere Sonnenuhr oder ein sehenswertes Denkmal? Dann freue ich mich auf deinen Tipp direkt unter dem Beitrag in den Kommentaren.
Kerstin

Residenz Eichstätt

Inmitten der Eichstätter Altstadt befindet sich die 1700-1702 erbaute ehemalige füstbischöfliche Residenz Eichstätt. Heute ist in den Räumen das Landratsamt untergebracht. Der Spiegelsaal und das Treppenhaus könnt ihr aber dennoch erkunden. Ersterer ist auch eine beliebte Hochzeitslocation im Altmühltal.

Maurizio Pedetti ließ 1777 das Treppenhaus mit dem Marienbrunnen auf dem Residenzplatz erbauen. Wunderschöne Deckenmalereien lassen sich hier bestaunen. Ein echt toller Tipp – und hier könnt ihr auch ganz ohne Führung einen kleinen Blick erspähen 😉

Der bekannte Spiegelsaal, bei dem es sich einst um den Festsaal der Bischöfe handelte, steht für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung. Außerdem führen immer wieder Stadtführungen durch den Prunksaal.

Schon gewusst?

Der Residenzplatz war nicht immer gepflastert. Im 19. Jahrhundert hättet ihr hier einen wunderschönen englischen Garten bestaunen können. Leider wurde das Areal in den 80er Jahren wieder gepflastert, um die einstige Gestaltung des Platzes durch Pedetti nachzuahmen.

Was denkt ihr darüber? Gefallen euch die Pflastersteine oder fändet ihr eine grüne Oase mitten in der Stadt schöner?
Kerstin

Thingstätte Hohes Kreuz Eichstätt

Thingstätte Eichstätt

Vielen in und um Eichstätt ist das Hohe Kreuz oberhalb vom Café Schönblick wohl ein Begriff. Etwas oberhalb vom Neuen Weg thront das Kreuz, darunter befinden sich zwei Holzbänke und von dort aus hat man einen herrlichen Ausblick hinüber zur Willibaldsburg.
Das Hohe Kreuz wurde 1854 errichtet, um Gott für die Verschonung der Eichstätter vor der Choleraseuche zu danken. Die verwitterte Grünfläche darunter und die Geschichte dahinter, ist vielen – vor allem jungen Leuten –unbekannt: Die Thingstätte Eichstätt.

Hohes Kreuz Ausblick Eichstätt Panorama

Bei dieser Grünfläche handelt es sich um die sogenannte Thingstätte. Der Begriff „Thing“ stand bei den Germanen für einen Versammlungsort. Allerdings stammt diese Thingstätte nicht aus der Zeit der Germanen, sondern wurde durch die Nazis aus Propagandazwecken 1935 errichtet und 1937 fertiggestellt. Im selben Jahr wurde dort die Sonnwendfeier der NSDAP gefeiert. Nach der Zeit des 3. Reiches wurde die Thingstätte aber nicht mehr gepflegt, weshalb sie heute nur noch eine zugewachsene Ruine ist.

Thingstätte Hohes Kreuz Eichstätt

Seit der Nazizeit wurde der Platz nur noch wenige Male für öffentliche Zwecke genutzt. Zum ersten Mal geschah das bereits 1946. Rund 700 Sänger versammelten sich an der Thingstätte im Rahmen eines Chortreffens.

1963 belebte die Diözese den Thingplatz erneut. Hier zelebrierte man den Diözesan-Frohschartag mit Messen, Volkstänzen, Spielen und Theaterstücken.

1988 wurden hier im Rahmen der Sommerspiele das Theaterstück „Eiche und Angora“ aufgeführt. Dabei handelt es sich um ein Stück, dessen Handlung zum Ende des 3. Reiches spielt. Die Veranstalter waren sich der Verbindung durchaus bewusst.

Blume

Seitdem ist der Platz wieder weitgehend in Vergessenheit geraten. Leider findet sich hier nicht mal eine Infotafel, um Besucher und Wanderer auf die Geschichte der Örtlichkeit hinzuweisen.

Wie komme ich zur Thingstätte Eichstätt?

Leider gibt es auf Google Maps keine exakte Wegbeschreibung.
Fahrt ihr die B13 von Eichstätt kommend in Richtung Weißenburg, nehmt die Abzweigung in Richtung Wintershof. Kurz vor Wintershof rechts auf den letzten Schotterweg einbiegen. An der Wegscheide rechts halten. Von da ab dem Fußweg nach rechts folgen. Nach einigen Metern seid ihr am Hohen Kreuz angelangt.

Kennt ihr die Thingstätte? Was haltet ihr von dem umstrittenen Ort?
Ich freue mich auf euer Kommentar.