Höhlenkundlicher Weg / Mühlbachquelle bei Dietfurt

Mitte Januar habe ich euch vom Edelbach in Eichstätt berichtet. Eine ähnliche Quelle mit nachgewiesenem unterirdischen Wasserlabyrinth und Tropfsteinen befindet sich bei Dietfurt: Die Mühlbachquelle. Dort waren wir vor einiger Zeit unterwegs und haben über den Höhlenkundlichen Weg die Gegend erforscht.
Was die Quelle so besonders macht und warum ihr den Rundweg unbedingt selbst gehen solltet, lest ihr hier 🙂

Höhlenkundlicher Weg

8 Kilometer und 15 Stationen führen durch den Höhlenkundlichen Weg, einen Schlaufenweg des Jurasteigs (Schlaufe 6). Je nachdem, wie schnell ihr zu Fuß seid, solltet ihr etwa zwei bis drei Stunden einplanen.

Die Mühlbachquelle Dietfurt

Startpunkt ist die kleine Ortschaft Mühlbach bei Dietfurt. Direkt hinter der Kirche von Mühlbach sprudelt die Quelle auf einem umzäunten Privatgrundstück. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein unscheinbarer, aber ungewöhnlich blauer Teich, ist das Ende eines unterirdischen Bachlaufs, der in eben dieser Quelle, der Mühlbachquelle, endet.

Höhlenkundlicher Weg

Danach geht es erst mal steil bergauf. Aber nicht entmutigen lassen, sobald ihr es erst mal nach oben geschafft habt, verläuft der Weg relativ ebenerdig. Oben angekommen erwarten uns die nächsten Stationen. An nahezu allen Tafeln sind Fotos davon angebracht, wie es unter der Erde aussieht. Die Aufnahmen entstanden im Rahmen von Forschungsarbeiten und zeigen neben dem Donnerdom, einen eindrucksvollen unterirdischen Wasserfall, auch Tropfsteine und einen 300 Meter langen unterirdischen See.

Höhlenkundlicher Weg

Höhlenkundlicher Rundweg: Dolinen

Aber auch oberhalb der Erdoberfläche bietet der Höhlenkundliche Rundweg kleine Highlights. Besonders eindrucksvoll: riesengroße, eingestürzte Dolinen am Wegesrand, an denen sich der Wasserablauf hervorragend erahnen lässt.

Ein weiteres kleines Highlight: Der Ausblick von dem Plateau auf Mühlbach. Hier gibt es auch eine kleine Parkbank, an der sich selbst mitgebrachtes Essen und Trinken bei schönem Ambiente verzehren lassen. Ein Picknick mit Wow-Faktor, quasi 🙂

Höhlenkundlicher Weg

Der Rundweg ist auch für Kinder gut geeignet, da es viele Erlebnisstationen gibt, an denen man viel lernen kann. Wie klettern die Höhlenforscher durch die engen Felsspalten und wie kommunizieren sie miteinander? All diese Fragen beantworten sich die Kinder spielerisch selbst, denn an den einzelnen Stationen lässt sich alles ausprobieren.

Höhlenkundlicher Weg

Alles in allem ein sehr empfehlenswerter, super ausgeschildeter Rundweg, auf dem Jung und Alt viel lernen können. Falls ihr jetzt schon nicht mehr abwarten könnt und gleich sehen wollt, wie es unterhalb des Wanderwegs aussieht: Klickt doch auf der Homepage der Mühlbachquellhöhle vorbei. Tolle Infos rund um den Mühlbach und das Höhlensystem warten hier auf euch.

Ich freue mich immer über weitere Altmühltal-Tipps. Zwar ist meine Liste mit Orten, die ich gern besuchen möchte inzwischen sehr lang, aber wenn ihr noch weitere Quellen oder interessante Rundwege kennt, freue ich mich über euren Geheimtipp 😉
Und wenn ihr selbst schon die Mühlbachquelle besucht habt oder auf dem Höhlenkundlichen Weg unterwegs gewesen seid, freue ich mich natürlich auch über eure Meinung 🙂

Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß beim Entdecken 🙂
Kerstin

Anlauterquelle

Einer der Zuflüsse der Altmühl ist die Anlauter. Sie entspringt einer Quelle nahe Geyern und fließt dann über Nennslingen, Gersdorf, Bechthal, Titting und Emsing durch zahlreiche Mühlen, bis sie schließlich Teil der Schwarzach wird und bei Kinding in die Altmühl mündet.

Die Anlauterquelle

Das besondere an der Anlauterquelle ist, dass sie inmitten des Juragebietes entspringt. Diese Region ist eigentlich eher dafür bekannt, sehr trocken zu sein. Das merkt man vor allem in den Sommermonaten, wenn es längere Zeit nicht geregnet hat.

Anlauterquelle

Nur unweit vom Quellgebiet entfernt (etwas nördlich) verläuft die Europäische Wasserscheide. Diese könnt ihr zum Beispiel nahe Treuchtlingen selbst speisen – ich habe euch den Ort schon mal als Altmühltal-Tipp vorgestellt.

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Kapellbuck mit Kapellenbachquelle

Eine kleine Oase inmitten von Eichstätt ist der Kapellbuck. Einige Einheimische kennen ihn, aber vielen Ortskundigen ist der Kapellbuck unbekannt. Dabei erinnert das kleine Juwel ein klein wenig an Urlaub im Süden – enge Gassen, eine Quelle die über einen Bachlauf in die Altmühl endet und zahlreiche Fische, die sich darin tummeln.

Kapellbuck Eichstätt

Der mystische Ort ist ganz leicht zu erreichen: Direkt hinter der Maria-Hilf-Kapelle befindet sich das glitzernde Wasser, eingefasst von einer wunderschönen Mauer aus Kalkstein. Hier werden Forellen gezüchtet, die jedes Jahr vom Anglerverein am Gründonnerstag gefischt und am Karfreitag gegrillt und verkauft werden.
Ein anderer Weg dorthin führt ebenfalls über die Westenstraße. Nahe dem Mühlrad einige Meter stadteinwärts biegt ein schmaler Aufstieg zum Kapellbuck ab.

Kapellbuck Eichstätt

Was macht den Kapellbuck so besonders?

Neben seiner versteckten, unscheinbaren Lage ist natürlich das darin fließende Wasser interessant. Die Kapellenbachquelle, eine Karstquelle, tritt hier aus der Erde hervor. Sie ist in gewisser Weise mit dem Edelbach verbunden, den ihr zur Schneeschmelze hin und wieder im Kloster St. Walburg bestaunen könnt. Das daraus geförderte Wasser erreicht eine Fließgeschwindigkeit von 150 bis 250 Liter pro Sekunde.

Kapellbuck Eichstätt

Folgt man dem Flusslauf und verlässt den Kapellbuck über den schmalen Weg, der eingangs bereits erwähnt wurde, findet man rechterhand ein Mühlrad. Dieses wird heute nicht mehr betrieben und funktioniert eher als Denkmal an jene Mühlen, dei dort einst standen.
Das waren insgesamt vier an der Zahl, die erste wurde bereits im 12. Jahrhundert erwähnt. Kein Wunder also, dass der Kapellenbach vielen auch als Mühlbrunn bekannt ist.

Schon gewusst?

Der Kapellbach fließt durch das Kneippbecken der Stadt Eichstätt und speist dies mit frischem Wasser. Anschließend mündet der Bach am Ritter-von-Hofer-Weg in die Altmühl.

Kanntet ihr den Kapellbuck bereits? Gibt es noch weitere kleine Oasen in der Gegend?
Ich freue mich wie immer über Kommentare und Empfehlungen!
Kerstin

Edelbach

„Der Edelbach läuft!“ – sagt man diesen Satz zu einem Eichstätter, dann weiß der vermutlich sofort, was damit gemeint ist. Denn die sprudelnde Quelle am Kloster St. Walburg ist ein Geheimtipp und ein Must Seen nach der Schneeschmelze oder starkem Regen.
Aber was hat es damit eigentlich auf sich?

Edelbach Eichstätt

Was ist der Edelbach?

Direkt an einem schmalen Felsspalt unterhalb der nördlichen Stadtmauer bricht er wie ein kleiner Wasserfall ins Tal – der Edelbach. Dabei steckt hinter dem „Bach“ deutlich mehr, als die meisten auf den ersten Blick vermuten. Denn der Felsspalt ist zugleich Zugang zur sogenannten Edelbachhöhle.

Edelbach Eichstätt

Rund um Eichstätt hört man immer wieder, dass der Edelbach eine Art Druckventil eines unterirdischen Sees wäre, der mindestens bis nach Preith reichen soll. Sind die Bassins unter der Erde übervoll, zum Beispiel aufgrund von starken Regenfällen oder Schneeschmelze, fließt das übrige Wasser durch den Edelbach ab.
Trotz einiger Untersuchungen zu dem Thema ist diese Theorie bisher nicht bestätigt.

Die Expedition, die bislang am weitesten in die Edelbachquellhöhle, bei der es sich übrigens um eine Karstquelle handelt, vordringen konnte, stand nach 80 Meternvor einer Mauer aus Geröll.

Edelbach Eichstätt

Wo fließt der Edelbach?

Versteckt hinter den Klostermauern von St. Walburg tritt der Bach in einem Felsen heraus, der sich direkt unter der Eichstätter Stadtmauer befindet. Von hier aus stürzt das Wasser 8 Meter in die Tiefe und wird in einem Bassin aufgefangen.

Edelbach Eichstätt

Danach fließt der Bach vorbei an der ehemaligen Walburgisapotheke, gemeinsam mit dem Wasser aus dem Kapellbuck, zur Kneippanlage und schließlich hinein in die Altmühl.

Um den Edelbach besichtigen zu können, müsst ihr zum Kloster St. Walburg. Fragt dort am besten im Klosterladen, ob ihr euch die Edelbachquelle anschauen dürft. Die Nonnen dort sind sehr freundlich und werden euch den genauen Weg zeigen und die Tür dorthin öffnen.

Wann fließt der Edelbach?

Wer ihn live sehen möchte, muss jetzt schnell sein. Denn das Spektakel ist inzwischen ziemlich selten geworden. Zuletzt rann er vor viereinhalb Jahren, dieses Jahr ist es schon seit dem Abend des 4. Januar aktiv und wird wahrscheinlich nicht mehr allzu lang Sprudeln.
Also nichts wie los zum wahrscheinlich bekanntesten Wasserfall im Altmühltal 😉

Habt ihr euch den Edelbach schon mal angesehen? Wie hat es euch gefallen? Was denkt ihr: Ist an der Theorie mit den unterirdischen Seen etwas dran?
Kennt ihr noch weitere tolle Quellen? Ich freue mich auf eure Meinung!
Kerstin

Altmühlquelle

Eigentlich wäre es hier angebrachter, von einem Altmühlquellgebiet zu sprechen. Das Gebiet liegt in der Frankenhöhe zwischen Rothenburg ob der Tauber und Burgbernheim.
Die Altmühl hat hier drei Quellen. Dabei gab es schon lange Unstimmigkeiten, welche dieser Quellen nun die „offizielle“ Altmühlquelle sei.

Altmühlquelle Nummer Eins: Der Hirschteich

Die nördlichste Quelle ist der Hirschteich in der Nähe von Wildbad. Da diese Quelle aber immer wieder – vor allem bei Trockenheit – versiegt, gilt sie als umstritten. Dennoch ist der Ort sehr idyllisch und durchaus einen Besuch wert.

Altmühlquelle Erlach

Altmühlquelle Nummer Zwei: Die Erlach Siedlung

Quelle Nummer 2 (siehe oben) an der Erlach Siedlung hat die höchste Wasserschüttung der drei Quellen und wird deshalb ebenfalls als Altmühlquelle deklariert. Sie liegt zwischen dem Hirschteich und dem Hornauer Weiher.

Altmühlquelle Nummer Drei: Der Hirschteich

Die beiden Quellen münden – gemeinsam mit zahlreichen weiteren kleinen Bächen und Rinnsalen – in den Hornauer Weiher. Aus diesem entspringt im Süden die dritte Altmühlquelle. Seit 1904 gilt diese durch einen Beschluss des Königlich Bayerischen Hydrotechnischen Bureau zu München als Ursprung der Altmühl. Diese Stelle wird zusätzlich durch einen großen Stein gekennzeichnet. Von hier aus sind es 223 Kilometer, bis die Altmühl am Ende ihrer Reise bei Kelheim in die Donau mündet.

Altmühlquelle Hornau

Um sich alle Quellen anzusehen, eignet sich dieser Rundwanderweg von kulturwanderungen.de besonders. Leider ist die Beschreibung an manchen Stellen nicht eindeutig.
So muss beispielsweise nach dem Hirschteich geradeaus weiter gegangen werden, du solltest nicht dem Schild „Hornau“ folgen. Hilfreich ist es, sich hier eine Karte mitzunehmen oder mobil anzeigen zu lassen. So findet ihr zuverlässig alle drei Altmühlquellen.
Kerstin

Blautopf Essing

Blaues Wasser gibt’s nur am Meer? Wer das denkt, kennt sich im Altmühltal nicht wirklich gut aus. Denn hier befindet sich eine jahrhunderte alte Karstquelle, der so genannte Blautopf Essing. Dabei ist der Ort mit dem stechend blauen Wasser ein echter Geheimtipp. Denn nur wenige Einheimische kennen den versteckten Blautopf.

Blautopf Essing

Wieso ist der Blautopf blau?

Etwa 300 Liter 8 Grad kaltes Quellwasser pro Sekunde sprudeln ganzjährig aus der Karstquelle. Die blaue Färbung erhält das Wasser durch die Dolinen, durch die das Wasser fließt. Dabei wird es mit Magnesium angereichert. Das Wasser selbst hat nahezu Trinkwasserqualität. Darin leben sogar einige Forellen, die ihr beim genauen Hinsehen gut im Wasser erkennen könnt.
Das Wasser aus dem Blautopf mündet nach etwa 600 Metern in die Altmühl.

Blautopf Essing

In der Nähe befindet sich außerdem eine Votivkapelle aus dem 17. Jahrhundert. Sie stammt aus der Zeit, in der die Karstquelle am Blautopf für ein Jahr versiegte. Aus Dankbarkeit, dass das Wasser nach einem Jahr wieder zu sprudeln begann, errichtete man die so genannte Weihermühlkapelle. Bis heute wird sie von den Anwohnern unterhalten und gepflegt.

Wo ist der Blautopf Essing?

Finden könnt ihr dieses Naturspektakel direkt hinter dem Essinger Hof. Er befindet sich einige hundert Meter nordwestlich der Holzspannbrücke Tatzelwurm. Ab dort weisen Schilder den Weg zur Karstquelle. Wenn ihr euch für einen Ausflug dorthin entscheidet, solltet ihr auf keinen Fall eure Kamera vergessen und genügend Zeit mitbringen. Ich bin überzeugt davon, dass ihr hier tolle Aufnahmen zaubern könnt.

Habt ihr diesen atemberaubenden, mystischen Ort auch schon besucht?
Kerstin