Chinesenfasching Dietfurt

Vor einiger Zeit hat Marco von 336 Geschichten zu seiner ersten Blogparade aufgerufen. Er selbst bloggt seit über 10 Jahren und schreibt Geschichten aller Art. In seiner Blogparade hat er dazu aufgerufen, zum Thema „Ich bin lokal – ich schreib regional“ zu bloggen.

Da Altmühltaltipps ein sehr regionaler Blog ist, sind die Beiträge hier oft an Orte, Bräuche und Personen aus der Gegend geknüpft. Anlässlich der Blogparade möchte ich euch den Dietfurter Chinesenfasching vorstellen. Ein Thema, das durch die Faschingszeit sehr aktuell ist.

Chinesenfasching Dietfurt
Foto Kneidinger, freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch die Stadt Dietfurt

Was hat es mit dem Chinesenfasching Dietfurt auf sich?

Am 28. Februar 2019 ist es wieder so weit: Unsinniger Donnerstag. Der Tag, an dem die Chinesen in Dietfurt Einzug halten. Um 2 Uhr morgens beginnt der besondere Tag der Dietfurter. Maskierte laufen durch die Stadt und wecken mit ihren Rufen die Stadtbevölkerung.
Ab 13:00 Uhr kommen auch die ersten Auswärtigen in die Stadt. Dieses Jahr bringt DJ Mike Checkoff Stimmung in die Feiernden und verkürzt die Wartezeit auf den ersten Höhepunkt des Tages. Denn um 14:00 Uhr startet ein riesiger Faschingsumzug im China-Stil mit rund 50 Wägen und zahlreichen Musikkapellen.
Anschließend findet am Rathaus die allbekannte Podiumsgaudi statt.

Chinesenfasching Dietfurt
Foto Kneidinger, freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch die Stadt Dietfurt

Der Chinesenfasching ist ein echtes Highlight des Altmühltaler Faschings. Kein Wunder, dass jedes Jahr mehrere tausend Besucher zum Chinesenfasching kommen. Eine Veranstaltung, die deutschlandweit übrigens einzigartig ist.

Was viele Leute aus der Region nicht wissen: Mit dem Rußigen Freitag ist der Chinesenfasching lang noch nicht vorbei. Erst zum Kehraus am Faschingsdienstag findet der Chinesenfasching sein Ende. Traditionell wird hierfür eine lebensgroße Faschingspuppe am Chinesenbrunnen in Brand gesetzt. Zum Abschluss erklingt die Chinesenhymne ein letztes Mal – ein Lied, das man in den Dietfurter Straßen zur Faschingszeit sehr oft hören kann.

Der Beginn der Chinesenregentschaft ist übrigens wie in allen Orten der 11. November des Vorjahres.

Wieso Chinesenfasching?

Hinter dem Brauch steckt eine alte Geschichte. Der Eichstätter Fürstbischof sandte einen Kämmerer nach Dietfurt, um Abgaben zu kassieren und um nach dem Rechten zu sehen. Die Dietfurter Bevölkerung wusste über das Vorhaben Bescheid und verschlossen die Stadttore. Der Kämmerer musste erfolglos nach Eichstätt zurückkehren und verkündete dem Bischof, dass die Dietfurter ihm wie Chinesen vorkämen, die sich hinter ihrer Mauer verschanzten.

Chinesenfasching Dietfurt
Foto Kneidinger, freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch die Stadt Dietfurt

Der Chinesenfasching wie wir ihn heute kennen erstand wohl erst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Dort trat zum Fasching erstmals eine Blaskapelle mit dem Namen „Chinesen“ in entsprechenden Kostümen auf.
Nach dem Dritten Reich wurde der Brauch wieder aufgenommen. 1954 wurde der erste Kaiser, Ma-Ler-Gie, von der Bevölkerung gewählt. Seitdem gibt es jedes Jahr einen Kaiser, der ähnlich den klassischen Faschingsprinzen und –prinzessinnen über das wilde Treiben herrscht. Dabei haben die Kaiser allerdings eine längere Amtszeit. Mit 23 Jahren ist Boo-Dah-Washy der Kaiser, der wohl am längsten regierte. Fu-Gao-Di führt dieses Jahr zum zweiten Mal den Chinesenfasching an.

Apropos: Das Motto des diesjährigen Chinesenfaschings lautet „Fu-Gao-Di, unser Regent, sucht das bayerisch-chinesische Supertalent“.

Viel Spaß beim Entdecken!
Kerstin

Zusammenfassung Blogparade: Brauchtum und Tradition

Ende Oktober habe ich meine erste Blogparade zum Thema „Brauchtum und Tradition“ ins Leben gerufen. Dabei ging es nicht nur darum, verschiedene Meinungen zu Bräuchen zu sammeln, sondern auch um verschiedenerorts gelebte Bräuche. Ich möchte mich deshalb herzlich bei allen Teilnehmern für ihre interessanten Beiträge bedanken. Hat mich sehr gefreut, dass ihr teilgenommen habt!

Brauchtum Breze Bayern

Ilona von Wandernd hat uns in ihre Heimat, das schöne Bamberg entführt. Hier gibt es zu Fronleichnam eine ganz besondere Prozession. Seit 1390 findet sie in nahezu gleicher Form statt – und ist inzwischen so beliebt, dass Leute an den Straßenrändern dabei zusehen. Ein tolles Ereignis, das „ein fester Bestandteil des Jahreskreises“ geworden ist.

Anlässlich zum 11. November zeigte Freya von DiePlaudertasche, was an diesem Tag bei ihr Tradition bedeutet. Für sie ist das Datum fest verbunden mit dem Fest des Sankt Martin. Tolle Idee: sie zeigt in ihrem Beitrag nicht nur, wie das Fest gefeiert wird, sondern auch, wie man selbst wie Sankt Martin werden und teilen kann.

Einen ganz besonderen, regionalen Brauch gibt es auch in Bochum: Das Maiabendfest. Ein viertägiges Fest, das seit dem 14. Jahrhundert in der Stadt zelebriert wird. Die bunte Christine erklärt uns in ihrem Blogbeitrag die Herkunft der Tradition. Als Einheimische fühlt sie sich mit dem schönen Brauch sehr verbunden.

Weihnachten Kerze

Die Deutsche Muslima wirft einen eher kritischen Blick auf Bräuche und deren zunehmende Kommerzialisierung. Was genau ihre Argumente sind könnt ihr in ihrem Blogartikel nachlesen. Dort stellt sie auch die sehr interessante Tradition der Wandergesellen vor.

Passend zur Weihnachtszeit gab es bei Gartenäffchen ebenfalls einen sehr schönen Beitrag über die Tradition zum Weihnachtsbaum. Über die Suche vom perfekten Baum bis hin zum Schmücken erzählt sie von der Tradition in ihrer Familie. Davon, wie die Tradition aussah, als sie ein Kind war und davon, wie sie sich jetzt gestaltet, wo sie selbst Kinder hat.

Wenn ihr Lust auf ein richtig traditionelles Gericht habt, solltet ihr euch unbedingt den Linseneintopf von Vergissmeinnicht ansehen. Anika stellt hier das Rezept vor, das sie oft zusammen mit ihrem Opa gekocht hat. Da werden Kindheitserinnerungen wach.

Conny hat mich außerdem auf den Blog Celticgarden aufmerksam gemacht. Hier stellt Katuschka viele Bräuche und Traditionen vor und erklärt sie. Eine tolle Seite für Informationen jeder Art – von Lichtmess bis zu den Bräuchen rund um die Rauhnächte könnt ihr hier nahezu alles finden.

Nochmals herzlichen Dank an alle Teilnehmer der Blogparade! Ich freue mich schon auf die nächste 😉

Brauchtum und Tradition

Besonders Bayern scheint für seine Bräuche und Traditionen besonders bekannt zu sein. Jeder kennt das Oktoberfest in München oder den Nürnberger Christkindlmarkt. Aber dabei steckt hinter dem Begriff „Brauchtum“ noch so viel mehr. Das ist der Grund, weshalb ich meine Blogparade „Brauchtum und Tradition“ ins Leben gerufen habe. Ich freue mich über eure Meinungen zum Thema Brauchtum – egal in welcher Hinsicht.

Gibt es einen Brauch, den es nur bei euch in der Region gibt? Was haltet ihr von den alten Traditionen? Lohnt es sich eurer Meinung nach sie zu erhalten oder findet ihr, dass „das Altmodische dem Neuen weichen soll“? Seid ihr vielleicht wie ich der Meinung, dass viele Bräuche – wie die beiden oben genannten Feste – inzwischen viel zu kommerzialisiert sind?
Vom 25.10.2016 – 25.11.2016 13.01.2017 habt ihr die Möglichkeit an meiner ersten Blogparade „Brauchtum und Tradition“ teilzunehmen und mir eure Meinungen und Erfahrungen mitzuteilen. Schickt mir einfach bis 25.11.2016 13.01.2017 um 12 Uhr den Link zu eurem Blogpost und verlinkt mich.
Ich freue mich sehr über eure Beiträge!

Brauchtum Breze Bayern

Was Brauchtum und Tradition für mich bedeutet

Für mich ist Brauchtum ein Stück Heimat. Besonders dadurch, dass Bräuche oft regional sehr unterschiedlich sind, merkt man, wie man mit der eigenen Ortschaft näher zusammenwächst. Außerdem helfen Bräuche dabei, sich auf das das Wesentliche zu konzentrieren. Nicht umsonst nennen wir die Vorweihnachtszeit auch „stade Zeit“. Sie dienen der Entschleunigung und helfen uns dabei, das Jahr und damit auch unsere Zeit besser einzuteilen.

Meine liebsten Bräuche

Manche Bräuche begleiten einen Jahr für Jahr als fester Bestandteile des Jahreskreises. Oft wissen wir bereits das Jahr zuvor, dass wir den Termin unbedingt wieder wahrnehmen wollen. Er ist zu unserer eigenen Tradition geworden.
Bei mir ist einer dieser Bräuche der Tanz in den Mai. Vielen ist die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai auch als Walpurgisnacht bekannt. Bei uns ist es allerdings Brauch, sich an diesem Abend in seine Tracht zu werfen und im örtlichen Wirtshaus zu tanzen und zu feiern. Am nächsten Tag wird dann der Maibaum aufgestellt.

Maibaum

Ein weiterer Brauch, den man in meiner Region nicht unbedingt kennt, der bei mir aber mit Kindheitserinnerungen verbunden ist, ist der Brauch der Allerheiligenspitzel. Jedes Jahr zu Allerheiligen schenkte mir meine Oma etwas von der Süßigkeit – meist mit rosa Zuckerguss.
In unserer Region bekannt
Wie bereits erwähnt sind die Allerheiligenspitzel ein sehr regionaler Brauch. Zur Erntezeit gibt es vielerorts Hollerküchle – kurz: gebackener Holunder. Auswärtigen ist besonders das Altmühltaler Lamm ein Begriff.

Hollerküchle(Quelle: Romi / pixabay.com)

In Altmühlfranken gibt es verschiedene Bräuche zur Kirchweih. Einer davon ist der so genannte Kerwabär. Ein junger Mann wird mit Stroh verkleidet und läuft, von Musik begleitet, durch die Ortschaft. Dabei sammelt er Geld und vielerorts auch Schnaps.

Ähnlich wild geht es zur Faschingszeit zu. Die Fasenickel haben zu diesen Wochen Hochkonjunktur. Sie verteilen Süßigkeiten an Kinder und richten oft Schabernack an.
Ich bin schon gespannt auf eure Traditionen und Bräuche!

Allerheiligenspitzel – Was ist das?

Jedes Jahr am 1. November besuchen Christen die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen. Allerheiligen ist ein Brauch, der selbst nach vielen hundert Jahren noch praktiziert wird. Dazu werden die Gräber geschmückt und Kerzen angezündet. Man gedenkt den Verstorbenen und vielerorts findet am Friedhof eine kleine Andacht statt, die mit der Gräbersegnung endet.
Das Datum wird im unteren Altmühltal, rund um die Region bei  Kelheim und Riedenburg, auch mit einem anderen Brauch verbunden, den man in anderen Regionen Bayerns oft gar nicht kennt – die Allerheiligenspitzel.
Jedes Jahr um den 1. November finden deshalb die sogenannten „Spitzlmärkte“ statt.
Dort dreht sich alles um das tradionelle, süße Gebäck. Je nach Region wird es aus Biskuit- oder Lebkuchenteig hergestellt und mit buntem Zuckerguss verziert. Traditionell schenken Tauf- oder Firmpaten ihren Patenkindern jedes Jahr zu Allerheiligen etwas von der Süßigkeit.
Ich selbst kenne die Spitzl durch meine Oma, die mir als Kind jedes Jahr ein mit rosa Zuckerguss verziertes Allerheiligenspitzel schenkte.
Einst war der Gedanke hinter dem Geschenk ein ganz anderer.
Man war der Meinung durch Almosen und Geschenken an Arme oder Kranke den Verstorbenen zu helfen, früher aus dem Fegefeuer in den Himmel zu kommen. Daher sind die Allerheilgenspitzel vielerorts auch als Seelenbrezen bekannt.

Ihr wollt den Brauch hautnah miterleben?
Termine 2018:
31.10. – Spitzlmarkt in Kelheim
Meist findet auch in Dietfurt und in Riedenburg ein Spitzlmarkt statt.
Kennt ihr den Brauch oder gibt es bei euch in der Region einen ähnlichen? Aus welchem Teig sind die Allerheiligenspitzel dann? Oder kennt ihr sie unter einem anderen Namen?
Ich bin gespannt auf eure Kommentare!
Kerstin